In Ears (Kopfhörer) – mein Erfahrungsbericht

Die letzten Tage habe ich mich mit dem Thema True Wireless In Ears beschäftigt. Ich habe schon seit einiger Zeit Probleme mit In Ear Kopfhörern allgemein, da diese das Ohr abdichten und dadurch bei Kiefer- bzw. Mundbewegung sich der Klang verändert. Zudem rutschen In Ears bei mir aufgrund von Bewegung auch immer etwas leicht heraus. Folglich ist dann der Bass weg, was beim Musik hören akut stört. Mit diesem Artikel möchte ich auf dieses Problem eingehen und meinen Rat geben, wie man das Thema am besten angeht.

Der große Unterschied zwischen In Ears und Earbuds

Earbuds (Apple Airpods) im Vergleich zu In Ears (Antimi S8 Plus)
Earbuds (Apple Airpods) im Vergleich zu In Ears (Antimi S8 Plus)

Zuerst einmal etwas sehr interessantes. Per Definition gibt es In Ear, diese sind als Kopfhörer definiert, welche in den Gehörgang eingeführt werden. Dann gibt es noch so genannte Earbuds. Diese liegen per Definition im Ohr, werden aber nicht mit einem abgedichteten Silikon oder Schaumstoffpropfen in den Gehörgang eingeführt. Ein typischer Vertreter sind die Apple Earpods oder die Apple Airpods. In Ear Kopfhörer sind am Markt wesentlich mehr vertreten, während die Form der Earbuds eher seltener ist.

Vor allem Apple hat dieses Konzept am Markt etabliert und massentauglich gemacht. Meiner Meinung nach ist auch Apple der erste Hersteller, der das Thema als Massenprodukt vernünftig umgesetzt hat. Bis auf einige High-End Hersteller waren Earbuds bisher immer eher das schlechtere Konzept. Denn es ist technisch wesentlich anspruchsvoller hier einen satten Bass und guten Klang hinzubekommen. Richtiger Tiefbass ist auch eher schwierig. Aber da spreche ich von Regionen, die eher Hifi-Entusiasten und Audiophile hören und wollen, als normaler Durschnittshörer werdet ihr davon nichts merken und auch diesen Anspruch nicht haben.

Aus diesem Grund werden auch mehr In Ear Kopfhörer am Markt angeboten, da diese mit weniger Kosten ein besseres Ergebnis erzielen. Denn außer bei Apple sind Kunden in der Regel nicht bereit viel Geld für ein durchschnittliches Produkt zu bezahlen. Aus diesem Grund, vermute ich, konnte auch nur Apple das Konzept der Earbuds marktfähig machen.

Kommen wir zurück zum großen Unterschied und zum wirklich eklatanten Vor und Nachteil:

In Ears dichten das Ohr sehr gut ab, es ist quasi eine Art passives Noise Cancelling als Vorteil zu nennen. Den Nachteil kennt ihr, dass sie eben bei Mund- und Kieferbewegungen den Klang und Bass verändern, nach einiger Zeit nicht mehr richtig sitzen können, Druck im Ohr ausüben, nach einiger Zeit tragen drücken, usw.

Earpods haben diesen Nachteil nicht, sie drücken nicht, sie sitzen bequem und sie können sogar sehr gut klingen, wie man an den Apple Airpods bspw. hört. Das ist also ihr großer Vorteil! Allerdings sind Earpods immer ein offenes System, sonst würde man den Bass nicht hinbekommen. Und das wird zum großen Nachteil: Umgebungsgeräusche kommen quasi 1:1 durch. Die Earpods sind quasi nicht abgedichtet zur Außenwelt. Die schöne Musik wird gestört, vor allem wenn man sich in lauten Umgebungen bewegt. Bei mir ist das zum Beispiel in der S-Bahn der Fall. Die Gespräche der anderen hört man, die Geräusche der Bahn hört man und es nervt.

Ihr seht also: Es gibt, je nachdem wo man die Kopfhörer verwenden will Vor- und Nachteile. Nutzt man die Earbuds in ruhigen Umgebungen, sind sie meiner Meinung nach das beste Konzept für den Durchschnittshörer. Denn In Ears drücken mit der Zeit und haben einige Nachteile im Komfort und im Klangbild beim alltäglichem Gebrauch.

Ein Trick zum angenehmeren Tragen von In Ears

Es gibt einen Trick, mit dem man die Nachteile der In Ear Kopfhörer abmildern kann. Und zwar sind das Foam Tips. Ich habe sie getestet. Mehr dazu in diesem Artikel (Link folgt)

Aber eins sei dazu noch gesagt: sie mildern die Nachteile von In Ears nur ab. Der Unterdruck ist dennoch im Ohr, aber deutlich geringer. Das macht sich auch beim Kauen, Schlucken oder Gähnen bemerkbar, denn der Bass ist dann nicht ganz so stark ausgelöscht.

Der Tragekomfort ändert sich meiner Meinung nach nicht. Nach 1,5h Tragen von In Ear Kopfhörern spürt man dennoch den Druck der in den Ohren lastet (Damit meine ich nicht den Unterdruck!). Gleichzeitig wird der Vorteil von In Ears je nach Modell auch gehoben. Denn die Foam Tips isolieren in der Regel noch besser Umgebungsgeräusche. So ist es zumindest bei mir und in meinem Test gewesen.

Meine Persönliche Meinung

Da jeder Mensch ein unterschiedliches Ohr hat und an unterschiedlichen Orten Musik hören möchte, kann ich euch nur meine eigene Erfahrung mitteilen. Mich nerven In Ears akut, da ich vor allem und sehr stark die Bewegung meines Kopfes, Kauen, Schlucken, Gähnen etc. merke. Vor allem mit den Silikon Tips sind sie für mich nicht tragbar. Der Klang der In Ear Kopfhörer ändert sich stark, sobald ich meinen Kiefer bewege. Meist ist der Bass weg und ich merke auch in den Mitten und Höhen klangliche Unterschiede. Da ich vor allem in der S-Bahn Musik höre, bin ich aber auf die Abgeschirmtheit der Kopfhörer angewiesen bzw. ich wünsche sie ausdrücklich. Hin und wieder isst man aber etwas, trinkt einen Kaffee oder gähnt, wenn es noch früh am Morgen ist. Haha. Mein Kiefer bzw. mein Kopf sind also oft in Bewegung.

Jedoch sind die Geräusche in der S-Bahn so laut, dass sie die Musik stören, vor allem wenn die S-Bahn unterirdisch fährt. Earbuds, vor allem die Apple Airpods, haben sich hier für mich ebenfalls als störend herausgestellt. Die Umgebungsgeräusche dringen in die Musik vor, so dass man von dieser nur noch die Hälft hört. Ich kann so nicht abschalten und meine Musik genießen.

Schon beim Einstöpseln habe ich teilweise einen Überdruck bei In Ear Kopfhörern in den Ohren, der erst mit den Foam Tips eher gering wird. Nach einiger Zeit Tragen merke ich aber immer noch, dass mir die Ohren dann etwas weh tun. Nur leicht, das ist schwer zu beschreiben. Man hat aber definitiv ein unangenehmes Druckgefühl und das stört mich einfach.

 

So ein bisschen war es also für mich eine Gretchenfrage, wie ich damit umgehe. Für mich blieb es nicht aus in der Bahn auf die In Ears zu verzichten und ich habe sie mit den Foam Tips ausgestattet. Für eine halbe Stunde Fahrt ist es okay und erträglich. Ich nutze dann die Antimi S8 Plus, mit denen ich sehr zufrieden bin. Mehr dazu hier auch in meinem Testbericht. Für alles andere nutze ich die Apple Airpods. Mit denen ich sehr zufrieden bin, bis auf die Außengeräuschdämpfung. So zum Beispiel beim Spaziergang im Park, Videos schauen auf dem Balkon, Joggen im Park, also für alle Tätigkeiten in ruhigen Umgebungen.

Last updated: Juli 30, 2019 at 20:13 pm

2 Gedanken zu „In Ears (Kopfhörer) – mein Erfahrungsbericht

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